AfD BW | Breisgau Hochschwarzwald

Sind wir AfD`ler Populisten?

Eine selbstkritische Betrachtung 


Im Wort „populus“ findet man die Quelle der Wörter populistisch und Populist. Die altehrwürdigen Lateiner bezeichneten damit „das Volk“.


Heute verwenden große Teile der Medien diese Begriffe mit der verdeckten Absicht, Überzeugungen und Anschauungen, welche man nicht gerne vernimmt, verächtlich zu machen. Ein Etikett also, das in einem Atem- oder Schriftzug mit der AfD und ihren Exponenten in den Medien Verwendung findet.


Schauen wir einmal im guten, alten Duden nach.


Dort steht unter Populismus: „Opportunistische Politik, die die Gunst der Massen zu gewinnen sucht.“


Was kann daran falsch sein, frage ich mich mit Blick auf das Grundgesetz.


„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, steht dort geschrieben. „Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt (Artikel 20, Abs. 3).“


Demokratie ist also unsere Staatsform, während Populismus für Anschauungen und Empfindungen der Bürger steht, welche durch freie Wahlen in die Parlamente getragen werden. An jenen Orten werden sie besprochen, verworfen oder für gutgeheißen.


Klare Sache – oder etwa nicht?


Auffallend nur, dass nahezu alle Medien ausschließlich die Vertreter des politisch rechten Spektrums mit dem Zusatz Populisten versehen. Die Linken, zu denen ich wenigstens die SPD, Linke und Grüne zähle, sind offensichtlich was anderes, womöglich Besseres?


Wollen jene etwa vom „populus“ nicht gewählt werden? Das wiederum würde bedeuten, dass sie sich von ihren lieb gewonnenen Futternäpfen der Demokratie verabschieden müssten. Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.


Oder hat das womöglich einmal mehr mit dem inflationären Gebrauch der Nazikeule zu tun?


Rechte sind böse Populisten!  Linke immerzu gute Menschen!


Wie war das eigentlich damals? Schon vergessen?


Auf deutschen Boden gab es nach der Ausrufung der Republik vor einhundert Jahren zwei totalitäre Systeme, nämlich unter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).


Beide bezeichnenden sich als sozialistische Parteien!


Doch zurück zu dem ausbleichenden Begriff des Populismus. Der Gebrauch des Wortes basiert, wie bereits ausgeführt, auf der infamen Absicht, Meinungen welche nicht in ein vermeintlich korrektes Weltbild passen, zu diffamieren.


Dazu gehört beispielsweise die Kritik an der (noch) amtierenden Kanzlerin, deren desaströsen Einwanderungspolitik, Tadel an der Europäischen Gemeinschaft sowie Missbilligung der kostspieligen Rettungsmaßnahmen für den Euro, die Ablehnung des Genderismus oder eine kritische Distanz zum Islam.


So betrachtet – bin ich ein Populist!


Viele Mitbürger wissen auf Grund der häufigen Verwendung des Begriffs gar nicht mehr, was genau


damit gemeint ist, während die Medien ihn fleißig mit üblen Absichten verwenden. Das angebliche Eintreten gerade dieser Kreise für Toleranz ist in diesem Zusammenhang keineswegs überzeugend, wenn Intoleranz so und tagtäglich praktiziert wird. Das hat etwas mit moralischer, klerikal anmutender Selbsterhöhung zu tun, wenn man glaubt Andersdenkende so behandeln zu müssen.


Allerdings bewirkt das bei immer mehr Menschen genau das Gegenteil.  Wer brandmarkt und ausgrenzt befindet sich auf der Verliererstraße. Unter diesen Begleitumständen als Populist bezeichnet zu werden, kommt für mich jedenfalls einem Ritterschlag gleich. Ich fühle mich geadelt!


Eine selbstreflektierende Distanz zum derzeit praktizierten Mainstreamjournalismus ist für die Leitmedien zwar dringend geboten, doch zu einer pluralistischen Debattenkultur, welche Minderheitsmeinungen ernst nimmt, ist man weder fähig noch in der Lage. Es wird weiter verschwiegen, verzerrt und verschleiert, so lange bis es in ein heiles, mediales Weltbild passt.


Die Folgen sind unvermeidbar und offenkundig: Presse und Rundfunk verlieren jeden Tag an Ansehen sowie Glaubwürdigkeit. Die Macht der Meinungsmacher bröckelt!


Der Populismus, das wage ich zu behaupten, wird unter diesen Gegebenheiten noch sehr viel mehr Anhänger gewinnen, weil die parlamentarische Demokratie und weite Teile der Medien sich einem fairen Diskurs verschließen, ja geradezu davon beseelt sind, sich als Moralapostel über das Denken sowie Handeln erwachsener Menschen aufzuschwingen.


Populismus wie wir ihn heute kennen, hat ganz gewiss damit zu tun.


Hinzu kommt der anhaltende Vertrauensverlust von immer mehr Menschen in die gesellschaftliche Ordnung sowie eine tief empfundene Empörung gegen einen von linken und neoliberalen Eliten voran getriebenen Verfall unserer abendländischen Wertegemeinschaft.


Wir, verehrte Populisten in der AfD, befinden uns mitten im Kulturkampf des 21. Jahrhunderts.


Harald Kraus, Kreisvorstandsmitglied der AfD Breisgau-Hochschwarzwald


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